Sehstücke

Sigurd Rompza macht mit seiner Kunst seit vielen Jahren Sehangebote. Die Galerie Contemporanea hat sie aufgegriffen und im Contemporaneum eine Reihe seiner neuesten „Sehstücke“ gezeigt. Sehstücke sind  für ihn Objekte, die den sinnlichen Pro­zess des Sehens und die bewusste, gleichermaßen analytische wie auch erkennende Betrachtung the­ma­tisieren. Dabei geht es Sigrud Rompza ganz allgemein um Farbe und Licht, und genauer um das Zusammenwirken von Farben auf Reliefs als Farbträger und unterschiedlichen Lichtquellen. Er erprobt, wie Farben an der Oberfläche von Reliefs bei unterschiedlicher Beleuchtung aussehen. Reliefs eignen sich dafür besonders gut, denn die Flächen von Reliefs sind von vornherein unterschiedlich zum Licht ausgerichtet und können so farbliche Unterschiede hervorbringen. Doch Sigurd Rompza variiert zudem noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren, um Unterschiede sichtbar zu machen, etwa das Zusammenwirken von verschiedenen Farben, aber auch die Farbintensität, den Farbglanz oder die Farbreinheit.

Sigurd Rompzas Sehangebote bestehen aus einer Reihe von Wandobjekten, von ihm Farb-Licht-Modulierungen genannt, die es uns als Betrachter ermöglichen, dem Eigenwert von Farben auf die Spur zu kommen, also zu sehen, was man eigentlich immer sehen kann, aber nicht sieht, weil der immer präsente Eigenwert von Farben in unserer Wahrnehmung fast immer durch den Darstellungswert dominiert wird.

Sigurd Rompza

wurde 1945 in Billstock/Saar geboren. Er studierte zuerst an er Pädagogischen Hoch-
schule des Saarlandes und nahm dann das Studium der Malerei und Kunsttheorie bei Prof. Dr. Raimer Jochims an der Städelschule Frankfurt/Main auf,  bei dem er auch zum Meisterschüler wurde. Er war Mitglied der neuen gruppe saar, in der sich eine ganze Reihe von Vertretern konkret-konstruktiver Kunst zusammenfanden. 1972 enstanden erste weiße Reliefs, seit 1985 farbige Reliefs und Wandobjekte als offene Bildformen.

Seit 1973 veröffentlicht Sigurd Rompza kunsttheoretische Texte, insbesondere zur kon-
kreten Kunst und zu den Grundlagen der Gestaltung. Von 1981 bis 1994 lehrte er an der Universität des Saarlandes in der Fachrichtung Kunsterziehung. 1994 übernahm er eine Professur an der HBK-saar für Grundlagen der Gestaltung, 1999 dann eine Professur für Malerei und Grundlagen der Gestaltung.

Gezeigt wurden seine Arbeiten bisher in ca. 400 Ausstellungen und Ausstellungsbetei-
ligungen. Zudem ist er in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

Sigurd Rompza lebt und arbeitet in Neunkirchen/Saar.

Mehr zu Sigurd Rompza unter www.rompza.de.